Neuer Inhalt

Mode: Das sind die geheimen Zalando-Apps

imago64412281h

Viele Nutzer kaufen via Smartphone ein.

Foto:

imago/STPP

Sechzig Prozent des Verkehrs auf Zalando findet nicht mehr auf der klassischen Website statt, sondern in der mobilen App oder auf der mobilen Website. Das heißt, in 6 von 10 Fällen nutzen Menschen Smartphones und nicht Laptops, um sich bei Zalando nach neuer Mode umzuschauen. Das ist der Hintergrund, vor dem Zalando vor einem Jahr die neue Unternehmensstrategie verkündete: Eine Plattform wolle man werden, auf der Modemarken und auch andere Modehändler künftig über Zalando zu ihren Kunden finden können und vor allem auch sich selbst.

Zu dieser Strategie zählt auch eine technologische Basis, auf der verschiedene mobile Zalando-Apps für verschiedene Situationen und Ansprüche entstehen können. Seit Ende letzten Jahres sind nach und nach die ersten Apps von Zalando erschienen. Nur: Wer es nicht weiß, sieht nicht, dass diese Apps von Zalando kommen.

Der Digitalkonzern hat für seine mobilen Apps extra eine neue Tochter, die Mobile Fashion Discovery GmbH, gegründet, welche als Anbieterin in den Appstores geführt wird. Das Unternehmen selbst spricht von „Schnellbooten“, die jetzt unterwegs sind und die mobile Welt erkunden. Manches ist holprig, manches eigenartig und manches vielversprechend. Einige Apps funktionieren dabei nur in Berlin, andere haben noch gar keine Shopping-Funktion: Wir stellen die bis jetzt veröffentlichten Apps näher vor – auch die, die Zalando lieber nicht unter der eigenen Marke laufen lässt.

Fleek

Eine der beiden wichtigsten Apps für Zalando ist Fleek. Die App, die aktuell nur für das iPhone verfügbar ist, ist ein Marktplatz. Über Fleek werden künftig neben Zalando auch andere Modehändler ihre Produkte anbieten können. Fleek soll vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen. Das Besondere an der App ist die Möglichkeit, Marken zu „folgen“; so wie man es etwa von Twitter oder Instagram kennt. Wer Adidas oder Levi’s folgt, bekommt künftig direkt in Fleek die Fotos oder Videos angezeigt, die die jeweiligen Marken auf Instagram oder YouTube gepostet haben. Die Einträge sind mit direkten Verweisen zu den gezeigten Kleidungsstücken geschmückt, um sie direkt in Fleek kaufen zu können. Neben einer Kataloganzeige und einem personalisierten Startfeed verfügt Fleek auch über eine Anzeige des lokalen Wetters. Auf ihrer Grundlage sollen Fashionvorschläge gemacht werden. Ein Gimmick, das wenig bis keinen realen Nutzen erzeugt.

Movmnt

Die zweite Hauptapp im Zalando-Portfolio ist Movmnt und derzeit nur für Android verfügbar. Movmnt ist ebenfalls ein Marktplatz, allerdings für Outlets. Auf Movmnt können Modehersteller günstig ihre Produkte verkaufen. Auf dem letzten Capital Markets Day, einer Veranstaltung für Investoren, hat Zalando als Zielgruppe für Movmnt eine Berliner Studentin und einen türkischen Modehersteller beschrieben. Movmnt richtet sich vor allem an preisbewusste Kunden. Sowohl Movmnt als auch Fleek werden als wichtige Säulen des künftigen (mobilen) Geschäfts von Zalando aufgeführt. Im Gegensatz zu den anderen Apps kann man bei diesen beiden deshalb davon ausgehen, dass sie wie die Hauptapp von Zalando in der einen oder anderen Form erhalten bleiben werden. Die anderen hier vorgestellten Apps von Zalando sind eher als Experimente zu verstehen, die in einem Jahr auch wieder verschwunden sein können.

Seen at Berlin

Die nur für iPhones verfügbare App ist eine Art Instagram für Mode. Nutzer können Fotos von sich oder anderen machen und einstellen. Diese Fotos („Looks“) können anschließend von anderen Nutzern bewertet werden. Hochbewertete Fotos werden nach oben gespült. Fotos mit Ortsangaben werden außerdem nach Orten sortiert. Entgegen dem Namen der App, der sicher in Kürze geändert wird, findet man darin unter anderem neben „Seen at Postbahnhof“ („Gesehen am Postbahnhof“) oder „Seen at Mitte“ („Gesehen in Mitte“) zum Beispiel auch eine Sektion „Seen at London“. „Seen at Berlin“ hat noch keine Shopping-Funktionen.

FashionFlow

Das ist die neueste App von Zalando. Im Gegensatz zu den anderen Apps, die alle mindestens in Deutschland getestet werden, also hierzulande heruntergeladen und genutzt werden können, ist FashionFlow nur in Schweden verfügbar und auch dort nur für Apples iOS-Betriebssystem. Nachdem die Nutzerin eine Modekategorie spezifiziert hat (zum Beispiel „Damenschuhe“), zeigt die App Produktfotos oder Formen zur näheren Eingrenzung an. Mit der von der Flirt-App Tinder bekannten Gestensteuerung zeigen die Nutzerinnen und Nutzer der App, was sie gut finden (nach rechts wischen) und was nicht (nach links wischen). So kann die App schnell dazulernen.

Amaze

Die App, die für Android und iOS verfügbar ist, ist die erste App gewesen, die auf die technische Zalando-Plattform aufgesetzt hat. Im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten Apps kommt Amaze allerdings nicht von Zalando selbst, sondern von einem jungen unabhängigen Unternehmen. Die Nutzer merken davon aber nichts. Die Produkte und die komplette Abwicklung des Kaufs und der Lieferung wird von Zalando übernommen.

Amaze arbeitet mit Modebloggern und -bloggerinnen zusammen. Diese laden mit einer separaten App ihre Outfits bei Amaze hoch, verlinken die Kleidungsstücke im Shop und machen die Outfits so kaufbar. Die Blogger werden am Erlös anteilig beteiligt. Auch Amaze nutzt das Tinder-Prinzip (in die eine Richtung wischen: gut, in die andere Richtung wischen: schlecht), um zu lernen, was den Nutzerinnen gefällt, und ihnen so besser auf ihre Geschmäcker gerichtete Outfits anzeigen zu können.

Zipcart

Zipcart ist eine eigenartige App. Die „schnellste Fashion-App der Stadt“ erlaubt den Nutzern, Kleidung zu kaufen, die gratis noch am selben Tag geliefert wird. Dafür gibt es sicher neben Blitzhochzeiten noch andere spezielle Einsatzzwecke. Aber braucht es dafür eine eigene App? Aktuell kann Zipcart nur in Berlin genutzt werden und ist auf iOS und Android verfügbar.

Die Zalando-App

Zuletzt soll auch noch die eigentliche Zalando-App nicht unerwähnt bleiben. Diese wurde generalüberholt und glänzt nun mit größeren Fotos und einer besser zu bedienenden Oberfläche. Im Gegensatz zu den anderen Apps bleibt Zalando, die App, ganz „gewöhnlich“: Es kann einfach das Zalando-Sortiment gekauft werden – wie man es von der Website kennt.