BERLIN. Die Berliner Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien in Adlershof ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. "Die Stimmung hier war noch nie so gut", sagte Hardy Rudolf Schmitz, Geschäftsführer der Wista-Management GmbH, gestern in Berlin. Der Umsatz der 413 Firmen im Wissenschafts- und Technologiepark stieg um 10,2 Prozent auf insgesamt 463 Millionen Euro. Damit ist die prognostizierte Zuwachsrate des Vorjahres von elf Prozent fast erreicht worden. "Nur eine Firma musste 2007 Insolvenz anmelden", berichtete Schmitz. Außerdem siedelten sich insgesamt 49 neue Unternehmen an. 36 Firmen verließen zwar den Standort - unterm Strich bleibe aber immer noch ein Zuwachs von 13 neuen Firmen.Senator auf WerbetourWie gut die Stimmung ist, zeige sich auch an der Zahl der Beschäftigten, die sich im vergangenen Jahr um 6,9 Prozent auf 4 568 erhöhte. Der Umsatzanteil der staatlichen Fördermittel, der 1997 noch bei 26,4 Prozent gelegen hat, sank im Vorjahr auf lediglich 3,4 Prozent.Inzwischen interessierten sich verstärkt amerikanische Firmen für Adlershof, sagte Schmitz. Sie würden vor allem Unternehmen mit Risikokapital unterstützen, die sich im Technologiepark ansiedeln möchten. "Das ist eine ganz neue Generation von Firmen", so Schmitz. Auch für Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf ist dies ein Beleg dafür, dass immer mehr Kapital von Außen in den Standort fließt. "Wir sind im Gespräch mit weiteren kalifornischen Investoren", sagte er. Während einer für die zweite Jahreshälfte geplanten Reise in die USA will er weitere Risikokapitalgeber nach Adlershof locken.Bessere AnbindungAuch von der Immobilienwirtschaft werde Adlershof inzwischen verstärkt wahrgenommen. Der Grund: Die Infrastruktur auf dem Gelände hat sich deutlich verbessert. Seit dem der Groß Berliner Damm fertig gestellt ist, verzeichnet Gerhard Steindorf, Geschäftsführer der Adlershof Projekt GmbH, eine gestiegene Nachfrage nach Grundstücken in diesem Teil des Entwicklungsgebietes. Auch die Deutsche Bahn will am Aufschwung im High-Tech-Park teilhaben. "Wir haben den Auftrag bekommen, gemeinsam mit der Bahn das rund 250 000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Schöneweide zu vermarkten", erklärte Steindorf. Zusätzlich gewinnt das Gebiet bei Immobilienfirmen durch die neue Autobahn an Attraktivität, die von Mai an den Technologiepark besser an den Flughafen Schönefeld anbinden wird. Bis Ende 2008 soll zudem der neue S-Bahnhof fertig werden.In Adlershof entsteht seit 1991 auf einer Fläche von 4,2 Quadratkilometern ein integrierter Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandort. Kern ist der Wissenschafts- und Technologiepark, in dem auch sechs naturwissenschaftliche Institute der Humboldt-Universität angesiedelt sind. Insgesamt sind in dem Entwicklungsgebiet derzeit knapp 13 500 Menschen beschäftigt.------------------------------Foto : Materialforschung im Reinraum des Ferdinand-Braun-Instituts