Die Amerikaner lieben Größe, deshalb ist genau das das Stichwort, wenn es um Anregungen für die Inneneinrichtung hiesiger Wohnobjekte geht. So sind etwa ein XXL-Kühlschrank, ein großer begehbarer Kleiderschrank sowie hohe Fenster und weite, offene Räume lediglich Grundattribute des westlichen Stils. Typische Einrichtungsmerkmale, -stile und -gegenstände begründen sich stets auf historische Vorbilder der Kolonialzeit, des viktorianischen Zeitalters oder dem folkloristischen Landhaus. Auch immer mehr Europäern sagt diese fulminante Lebensweise zu, weshalb man sein Heim auch hierzulande in typisch amerikanischer Manier ausstatten kann, ohne in die Staaten reisen zu müssen.

Traditionelle Handarbeit

Tradition und Handwerkskunst prägen gleichermaßen das Bild der Inneneinrichtung eines amerikanischen Landhauses. So gehört etwa ein selbstgemachter Quilt, eine Steppdecke aus zusammengenähten Stoffen, als ultimative Ergänzung für ausgesuchte Wohnzimmermöbel unbedingt dazu. Die Tradition des Quilts reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Einwanderer aus Europa Decken dieser Art nach Amerika brachten. Aufgrund der Armut war Einfallsreichtum gefragt und so wurden sämtliche Stoffreste, welche von alten Bettdecken oder Kleidern übrig waren, zu einer neuen, wärmenden Decke zusammengefügt – die Geburtsstunde des Patchwork. Bestimmte Muster und Farben geben der Decke ihre tiefere, individuelle Bedeutung, sie werden gerne personalisiert zu Hochzeiten oder der Geburt eines Kindes verschenkt. Ein Quilt ist also für jedermann simpel zu gestalten und perfektioniert das Bild des amerikanischen Wohnzimmers.

American Way of Life: Typische Einrichtungsgegenstände

Die so genannten „Shaker Möbel" besitzen in Amerika eine lange Tradition. Ihr Design und die Herstellung lassen sich bis hin zu einer Glaubensgemeinschaft aus dem 17. Jahrhundert, die den Namen „Shaker" trug, zurückverfolgen. Die Holzmöbel werden vor allem durch Schlichtheit und Funktionalität charakterisiert. Sie galten ursprünglich für die einfache, asketische Lebenseinstellung der Gruppe. Der um 1620 erbaute Shaker-Schaukelstuhl ist der Vorreiter aller modernen Schaukelstühle. Noch heute wird er in jener ursprünglichen Form hergestellt. Als Materialien kommen hier vermehrt nordamerikanische Hölzer zum Einsatz, wie etwa Ahorn, Pinie oder Nussbaum. Die Amerikaner sind bekennende Patrioten und stolz auf ihre Geschichte, weshalb sich in ihren Häusern häufig derartige Fundstücke mit traditionellem Hintergrund wiederfinden.

Sie gilt bei uns als altmodisch, doch auf einer echten amerikanischen Veranda darf sie nicht fehlen: Die Hollywoodschaukel. Amerika ist die Filmnation schlechthin und die typische Schaukel fand schon einmal während der 50er Jahre in Deutschland großen Anklang, als erstmals Kinofilme aus den Staaten hierzulande ausgestrahlt wurden.

Kühlschränke im Retro-Look

Die Amerikaner lieben das Kulinarische – und das macht sich vor allem in den typischen Kühlschränken im Großformat bemerkbar. US-amerikanische Unternehmen begannen um 1900 mit der Entwicklung von Kühlgeräten, die auch in Privathaushalten zum Einsatz kommen konnten. 1918 wurden bereits die ersten Exemplare, welche auf Basis der Kompressortechnik funktionierten, in Detroit verkauft. Was Anfang des 20. Jahrhunderts noch als Luxusartikel galt, qualifizierte sich schnell als Alltagsgegenstand. So wurden Anfang der 20er Jahre bereits 5000 Kühlschränke verkauft. Der Look dieser ersten, doch recht klobig und üppig wirkenden Geräte erfährt heutzutage im Zuge der Retrowelle einen zweiten Frühling. Das Design der 50er Jahre, ausgestattet mit der neusten Technik, macht auch in modernen Küchen eine stilsichere Figur.

Ein Leben im typisch amerikanischen Stil vereint imposante Optik mit traditionellem Stolz. Kühlschränke, Einbauschränke, Regale, Tische, Betten und Polster sind nicht nur groß, sie erzählen auch stets ein Stück amerikanische Geschichte.