Das Parlaments- und Regierungsviertel erhält Zuwachs. Neben dem vorgesehenen Neubau des Ministeriums für Bildung und Forschung am Kapelle-Ufer soll auch das von Union und FDP geplante "Haus der Zukunft" entstehen. Das geht aus einem Bericht des Ministeriums an den Bundestags-Haushaltsausschuss hervor.Das "Haus der Zukunft" ist eines der Projekte, auf die sich Union und FDP im Koalitionsvertrag verständigt haben. Deutschland soll sich in dem Haus "als Wissensgesellschaft und Innovationstreiber" präsentieren. Die Koalition will das Projekt unter wissenschaftlicher Leitung und mit Unterstützung der Wirtschaft realisieren. Die Bar des Bundespressestrandes muss diesen Plänen jedoch weichen. Sie steht auf dem Areal, auf dem die beiden Bauprojekte errichtet werden sollen. Eine Fläche von 14 400 Quadratmetern ist für das Ministerium vorgesehen, rund 4 000 Quadratmeter sind für das "Haus der Zukunft" reserviert. Das Ministerium erhält dabei die repräsentative Lage mit Front zur Spree, heißt es. Das Land Berlin habe sich mit dieser Planung bereits einverstanden erklärt. Wann der Bau des "Hauses der Zukunft" beginnen soll, ist aber noch unklar.Für den geplanten Neubau des Forschungsministeriums gibt es dagegen präzisere Vorstellungen: er soll voraussichtlich schon 2014 bezogen werden. Der Bau soll eigentlich in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) erfolgen. Ob dies tatsächlich machbar ist, kann aber erst gesagt werden, wenn die Angebote geprüft wurden. Pikant: Bei dem Ministeriumsneubau sollen gleich so viele Büros errichtet werden, dass darin alle 1 000 Beschäftigten der beiden Dienstsitze in Berlin und Bonn untergebracht werden können - für den Fall, dass der Bundestag den Komplettumzug aller Ministerien nach Berlin beschließen sollte. Für die Beschäftigten in Berlin wären nur Büros mit 350 Arbeitsplätzen notwendig gewesen. Jetzt wird auch Vorsorge für die 650 Beschäftigten getroffen, die noch in Bonn arbeiten. Der Bau der Büros für alle 1 000 Beschäftigten sei billiger als die Komplettierung des Gebäudes zu einem späteren Zeitpunkt, heißt es in dem Bericht. Dadurch können bis zu zehn Prozent der Baukosten gespart werden. Die zunächst überzähligen Büros sollen an Zwischennutzer vermietet werden. Nach dem Berlin-Bonn-Gesetz von 1994 ist jedes Ministerium mit jeweils einem Sitz in Bonn und in Berlin vertreten. Noch immer arbeiten deswegen rund 9 000 Beschäftigte der Ministerien in Bonn, nicht ganz so viele in Berlin.Die Regierung stellt sich offenkundig darauf ein, dass der Komplettumzug eines Tages beschlossen wird. Sie halte die Vorteile des vorgezogenen Baues gegenüber dem Risiko eines Büroleerstandes "für hinnehmbar", heißt es in dem Bericht. Wie teuer der Ministeriumsneubau für alle Mitarbeiter wird, ist offen. Für das Gebäude für 350 Mitarbeiter wurden bisher 166 Millionen Euro Miete bis 2043 sowie eine Anschubfinanzierung von fünf Millionen Euro einkalkuliert.------------------------------Karte: Am nördlichen Ufer der Spree sollen die beiden Bauprojekte entstehen.