Berlin - Wir alle sollten den einen Menschen im Leben finden, der so zärtlich über uns spricht wie dieser Mann über einen Toaster. Dr. Tobias Hoffmann ist der Direktor des Bröhan-Museums und eigentlich würde er ja nicht so ohne weiteres ein Exponat anfassen – man möchte ja kein schlechtes Beispiel abgeben. Aber heute sind noch keine Besucher da, also kann er das mal machen. Er bückt sich in Richtung einer hellgrauen Präsentationsfläche und hebt einen Toaster auf, breit genug für zwei Scheiben Toast nebeneinander: Das Gehäuse ist eine glänzende Fläche aus Metall, umgeben von einem Rahmen aus schwarzem Kunststoff. Zwischen Metall und Kunststoff liegt eine offene Fuge, vielleicht zwei Millimeter breit. „Den hier finde ich sensationell“, sagt Hoffmann und schaut auf das Gerät.

Hoffmann trägt einen schwarzen Rolli und dazu eine Armbanduhr von Braun. Vielleicht sind sie wirklich ein bisschen füreinander bestimmt, der Toaster und er. „Diese Metallfläche ist praktisch ein Spiegel, fast schwebend eingesetzt in eine schwarze Fassung. Und das für so etwas Banales wie einen Tischtoaster!“ Sogar der Name des Gerätes klingt elegant reduziert: Er heißt einfach HT 1, 1961 für die Firma Braun entworfen von Reinhold Weise, vermutlich mit ganz viel Liebe.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.