Berlin - Obgleich die Taliban auf dem Vormarsch sind, verlassen die Truppen und Einheiten der USA und anderer Nato-Staaten nach 20 Jahren Afghanistan. Die Bundeswehr ist schon abgezogen. Aus Anlass des Truppenabzugs hat Michael von der Schulenburg einen Debattenbeitrag verfasst. Er ist ehemaliger Assistant Secretary-General der Vereinten Nationen und lebte in Afghanistan. Wir drucken seinen Beitrag in leicht gekürzter Form.

Nach 20 Jahren Krieg zieht die Nato fast fluchtartig aus Afghanistan ab; die letzten Bundeswehrsoldaten haben Afghanistan bereits verlassen. Dabei war man einst mit hochtrabenden Zielen ausgezogen, um am Hindukusch die Demokratie zu verteidigen, al-Qaida zu vernichten, das Land von einem Taliban-Regime zu befreien und es durch die Einführung einer liberalen Demokratie in eine goldene Zukunft zu führen. Keines dieser Ziele ist erreicht worden. Ganz im Gegenteil, das Land fällt nun zurück in die Hände der Taliban, und anstelle einer al-Qaida hat sich dort der noch viel radikalere Islamische Staat (IS) eingenistet. Dieser Krieg hat Afghanen schreckliches Leid zugefügt, ein Leid, das auch mit dem Abzug nicht enden wird.

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