Berlin - Es ist doch interessant, sagte ein Freund, dass der Osten im Westen nur dann zum Thema wird, wenn man Angst vor ihm hat. So wie der drohende Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt wieder zu der Frage führte: Wie ist denn der Osten drauf? Reflexartig sucht der verunsicherte Westen nach Erklärungen. West-Feuilletonchefs rufen Bekannte im Osten an, fragen, ob sie dazu etwas schreiben können. So erklärt der Osten wieder den Osten, und das oft in Beilagen und Blättern, die man im Westen gar nicht liest. Die Hamburger Zeit-Beilage „Zeit im Osten“ kann man etwa in Hamburg nicht lesen. Bücher von Ostdeutschen werden von Ostdeutschen rezensiert. Und inzwischen gibt es richtige Profi-Ossis, Berufs-Ossi-Versteher. Vermutlich bin auch ich auf dem Weg, einer von ihnen zu werden und muss erkennen, dass Empowerment Ost – die Gestaltung der Narration der eigenen Geschichte durch Ostdeutsche – am Ende doch nur Ostdeutsche beschäftigt.

Berliner Verlag
Die Wochenendausgabe

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

Am 12./13. Juni 2021 im Blatt: 
Ein Interview mit Jörg und Maria Koch: Wie sie mit dem Magazin und Modelabel 032c die Berliner Coolness in die Welt tragen

Hurra oder Hilfe? Die Touristen stürmen zurück nach Berlin

Unser Autor Jan Karon will nicht mehr links und „woke“ sein. Warum das?

Die großen Food-Seiten: Einer der besten Lahmacun-Läden in Wedding und ein Backshop für Cool Kids in Kreuzberg. Und: Ein Porträt über das hippe Hotel Henri am Kudamm

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