Berlin - Kräuter-Enthusiasten und Hausapotheken-Inhaber wissen: Thymian ist ein wahres Wunderkraut. Es wirkt lindernd bei Erkältung, Magenbeschwerden und Hautproblemen. Thymianduft soll gar die Laune heben. Solche nebenwirkungsfreien Kombipräparate bringt wirklich nur Mutter Natur zustande!

Stellt sich also nur noch die Frage, wie man das Pflänzchen am besten zu sich nimmt. Drauf herumkauen? Eher nicht. Dann vielleicht in Form einer Tasse Tee? Bei Frühlingsflair auch nicht das Wahre. Bleibt also nur noch ein belebendes Mixgetränk, wie dieser Cocktail, den die Stammkunden aus dem Krass Böser Wolf in Friedrichshain gut kennen dürften. Dort ist er nämlich ein crowd pleaser, wie Barchef Max Mössmer den Drink nennt. Was er damit meint: „Er ist bei uns sehr populär, und das durchgängig seit 2019. So lange gibt es ihn schon auf der Karte.“ Sein Geschmack sei wunderbar fruchtig und spritzig, dabei aber nicht quietschsüß. „Ein massentauglicher Drink, bei vielen beliebt“, so Mössmer weiter.

So raffiniert der Cocktail ist, so einfach ist er in der Zubereitung. Highlight für jeden Hobby-Barkeeper dürfte bei diesem Rezept die Erkenntnis sein, dass man handelsüblichen Gin ganz einfach selbst aromatisieren kann. Für den „Thyme of my Life“ erklärt Mössmer, „füllt man 200 ml Dry Gin für vier Cocktails ab und gibt je einen frischen Zweig Thymian und Rosmarin hinein.“ Dann lasse man den Gin, je nach Bedarf, vier bis sechs Stunden verschlossen bei Raumtemperatur ziehen und seihe ihn danach durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter ab. Fertig ist die Fusion.

Im Prinzip könne man das auch mit anderem Hochprozentigen machen, erklärt der Drink-Erfinder: „Mit robusten Kräutern wie Rosmarin und Thymian funktioniert das bestens. Alles, was im Gin geht, geht auch im Wodka. Beide bringen nicht so viel eigenen Geschmack mit. Gut geeignet sind auch Schalen, wie Zitronenzeste.“ Mehr als sechs Stunden solle man die Kräuter jedoch nicht im Gin lassen, denn dann würden Bitterstoffe freigesetzt. „Wie beim Tee, wenn er zu lange zieht.“


Thyme of my Life

  • 5 cl Rosmarin-Thymian-Gin
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup 
  • 3 Dashes Angostura Bitters
  • 1 Pink Grapefruit Limonade
  • Alle Zutaten bis auf die Limonade in einen Shaker mit Eiswürfeln geben. Gut schütteln und in ein mit Eiswürfeln gefülltes Highball-Glas abseihen. Den Drink dann mit einer Pink-Grapefruit-Limonade des Vertrauens aufgießen. Noch einmal umrühren, das Glas von außen mit frischen Thymianzweig anschlagen, dann den Zweig zwischen Eis und Glasrand drapieren. Sollte ein Crème-brûlée-Brenner zur Verfügung stehen, schadet es nicht, den Thymianzweig kurz und ganz leicht anzurösten. Übrigens: Den Zuckersirup kann man kaufen oder selber machen. Dazu 100 ml Wasser aufkochen und 200 g Zucker unterrühren, bis er aufgelöst ist. Danach abkühlen lassen und in ein verschließbares Gefäß füllen.

Die Bar Krass Böser Wolf befindet sich am Markgrafendamm 36, in Berlin Friedrichshain. Während des Lockdowns wurde mit den Krassdrinks eine eigens für den Gorilla-Lieferdienst kreierte Marke ins Leben gerufen. Für 7,99 (Menge für zwei Personen) gibt es auf Bestellung abgefüllte Klassiker wie Whiskey Sour, Negroni oder Pi­ña co­la­da.


Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.