Berlin - Das enttäuschende Abschneiden der Grünen bei der Bundestagswahl hat Konsequenzen für die Kanzlerkandidatin. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, soll nicht Annalena Baerbock, sondern Robert Habeck im Falle einer Regierungsbeteiligung der Grünen Vizekanzler werden. Damit stünde er in der Rangfolge klar vor Baerbock.

Laut FAZ geht die Entscheidung auf die schlechte Performance der Kanzlerkandidatin zurück. „Sie habe ihre Chance gehabt“, heiße es aus Parteikreisen. Habeck sei nun außerdem damit betraut, das Team für die kommenden Sondierungen zusammenzustellen. 

Zugleich kursiert schon länger die These, dass es zwischen Baerbock und Habeck zu Beginn des Wahlkampfs eine Absprache gegeben haben soll: Während sie die Kanzlerkandidatur bekommt, stehe ihm nach der Wahl der erste Zugriff der Grünen auf ein Ministerium zu. Nun scheint sich dieser Prozess beschleunigt zu haben. 

Habeck hatte sich im Wahlkampf loyal zu Baerbock verhalten – auch nachdem Ungereimtheiten in ihrem Lebenslauf und Plagiate in ihrem Buch entdeckt wurden. Anders als Markus Söder, der die Öffentlichkeit und Armin Laschet stets wissen ließ, dass er sich für den besseren Kanzlerkandidaten hielt, unterstützte Habeck seine Co-Parteivorsitzende.

Laut FAZ erfährt Baerbock aus den Reihen der weiblichen Fraktionsmitglieder der Grünen dennoch weiterhin Unterstützung. Sie wird als „politisches Talent“ bezeichnet.