Berlin - „Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern, das andrer Seelen tiefe Not enthüllt“, tönt es aus der Zelle. Es ist ein schmaler Bau mit vier Betonwänden, im Geschichtspark des ehemaligen Zellengefängnisses Moabit in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs. Die Verse stammen aus den Moabiter Sonetten des Dichters und Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer, die er 1944/45 während seiner Haft verfasste. Sie lassen innehalten, kurz blendet man den Trubel des nahe liegenden Hauptbahnhofs aus. In der Zelle steht Olga Shparaga. Sie trägt eine Jeans, ein graues T-Shirt und einen grünen Parka, an dem ein kleiner Anstecker mit einer Friedenstaube und der Aufschrift „Resist“ zu erkennen ist. Hier, im Zellengefängnis Moabit, waren während des Zweiten Weltkrieges Widerstandskämpfer und Oppositionelle eingesperrt. 

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