Berlin - So langsam kommt Berlin wieder in Schwung. Openings, Pre-Sees und Vernissagen illuminieren glitzernd den dunstigen Herbst, der allerorten nicht ganz unwesentlich auf’s Gemüt drückt. Da sind diese kleinen eleganten Events, die den Exzess nur streifen, ihm aber niemals vollends Raum geben, genau das Richtige, um sich über die trübe Zeit zu retten. Zudem zeigt sich Berlin mit ihnen von einer Seite, die sich locker mit Paris oder London messen kann: unverballert und entspannt. Keiner muss hier irgendwem noch etwas beweisen, denn Projekte sind längst unzählige verwirklicht. Berlin ist eben schon lange keine Blase mehr, sondern eine Brücke zur Welt – wenn man einen Sinn für Chancen hat und sich nicht im Zugezogenen-Bashing verliert.

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Am 6./7. November 2021 im Blatt: 
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So gestaltete sich auch die Eröffnung des Café Camaleon in Mitte als ausgesprochen kosmopolitisches und nahezu mediterranes Ereignis. Warmer Oktoberniesel, die bodentiefe Verglasung geöffnet, innen mutiges Rot, gute Drinks, ein bisschen Fingerfood und eine beachtliche Modekompetenz der Gäste. Dazu ein DJ-Set von Bill Kouligas, dem Betreiber des hiesigen, sehr innovativen Musiklabels PAN. Das Label dürfte ebenfalls als Symbol für das neue Berlin gelten, dessen Bewohner die elektronische Tradition der Stadt pflegen und sie im zeitgenössischen Geiste äußerst interdisziplinär weiterführen. Fast hat man den Eindruck, dass Berlin irgendwie fleißiger ist als früher. Und auch erwachsener. Gut so.

Agatha Powa
Romain ist auf der Durchreise. Er lebt in Paris und Mallorca – und ist verantwortlich für die komplette PR der spanischen Marke Camper. Das Café Camaleon befindet sich im Hotel Casa Camper in Mitte, das zu der Schuhmarke gehört. Zum hellblauen Businesshemd trägt Romain einen violetten Strickpulli und eine Anzughose, beides von Prada. Die Schuhe sind von Camperlab.
Agatha Powa
Romain hat mal für Raf Simons gearbeitet, aus dieser Zeit stammt seine Bomberjacke. Ein Klassiker der Winterkollektion 2000/2001, für die Ewigkeit gemacht.
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Ngoc arbeitet ebenfalls für Camper, und zwar als Country Director. Die Berlinerin trägt eine Bomberjacke von Acne Studios, ein Kleid von Margiela und dazu eine Tasche von Celine.
Agatha Powa
Zu den Camper-Schuhen kombiniert Ngoc Socken von Ader Error.
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Auch die Accessoires können sich sehen lassen: Cartier-Uhr und Ringe mit Smaragden, Saphiren und Diamanten – symbolische Eheringe, die Ngoc schmückend mit ihrem Freund verbinden.
Agatha Powa
Cliff lebt ebenfalls in Berlin. Er baut gerade sein eigenes Artist-Management-Unternehmen auf. Wenn so die neuen Musikmanager aussehen, dann kann sich die Branche freuen! Cliff posiert professionell im All-over-Jeans-Look: die Jacke von Pepe Jeans, die Hose von COS. Drunter trägt Cliff einen Hoody von Arte Antwerp und eine Tasche von HXTN.
Agatha Powa
„Die Schuhe sind Asbach Uralt“, sagt Cliff über seine Nike-Sneakers. Die goldfarbene Casio-Uhr wird bei unternehmerischem Erfolg durch eine goldene Rolex ersetzt, so der Jungunternehmer weiter. Sie ist sozusagen ein Symbol seiner intrinsischen Motivation. Sein Bruder, der ebenfalls eine Firma gegründet hat, trägt die gleiche Uhr, mit gleichem Ziel.
Agatha Powa
High-Fashion-Goth: Agnes ist Musikerin und Kuratorin. Gerade läuft eine Ausstellungen im Schinkel Pavillon, in der sie die Werke von HR Giger und Mire Lee zusammengebracht hat. Zum Cecilie-Bahnsen-Kleid trägt sie eine Jeansjacke von Dries Van Noten und Margiela-Stiefel.
Agatha Powa
Die Crossbody-Bag der Wahlberlinerin ist von Prada.
Agatha Powa
Clara ist zu Besuch in Berlin. Sie arbeitet als PR-Consultant in Madrid. Ihren Look, inklusive Accessoires und Tasche, hat sie ausnahmslos beim spanischen Label Bershka geshoppt.
Agatha Powa
Schuhe, Hose, alles von Bershka.
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Der gebürtige Grieche Bill Kouligas lebte in London, bevor er nach Berlin kam und das international renommierte Musik- und Kunstlabel PAN gründete. Er repräsentiert die neue Generation der Musikschaffenden, die Berlin immer noch zu einer der wichtigsten Städte für die Produktion elektronischer Musik machen.
Agatha Powa
Aaron ist Schauspieler und Musiker. Seine Levi’s ist ein Vintage-Modell, für das er auf dem Flohmarkt 5 Euro bezahlt hat. Sie erinnert stark an den Look um die Jahrtausendwende, als Levi's neue Formen und Schnitte einführte.
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Aarons T-Shirt listet Berliner Clubs und temporäre Party-Räume auf, die es nicht mehr gibt. Vom 103 über das Cookies und die Maria am Ostbahnhof bis hin zum Picknick.
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Rachael (links) und Chloé sind schon lange befreundet. Beide kamen vor sieben Jahren nach Berlin – Rachael aus London, Chloé aus New Jersey.
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Rachaels High Heels sind von Abra, die Jeans von Margiela und die Ohrringe von Sunnei. Chloé trägt Acne-Schuhe zur Levi’s-Jeans.
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Die vintage Yamaha-Bikerjacke von Rachael ist eigentlich für Kinder, zum Ensemble gehört eine Hose, die ihr allerdings nicht passt, wie sie sagt. Ihr Top ist von Wolford, die Tasche von Medea. Chloé trägt zum gefärbten vintage Kaninchen-Mantel ein Shirt von Paul Smith aus dem Charity-Shop.
Agatha Powa
Konstantinos (links) und David leben in Berlin. Konstantinos erst seit fünf Monaten, deswegen sucht er auf diesem Wege ein Apartment. Sein Look ist komplett vintage: Cap vom Flohmarkt, Top aus Mamas Schrank, eine alte Armyhose zu (neuen) Schuhen von Asos. Davids Outfit besteht ebenfalls hauptsächlich aus Vintage-Stücken: Chicago-Bears-Shirt und Karottenjeans von EL & EM. Die Sneakers sind von New Balance.
Agatha Powa
Konstantinos ist gebürtiger Grieche. David kam vor drei Jahren aus London nach Berlin. Beide arbeiten als Stylisten.
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Die gebürtige New Yorkerin Janna ist freie Autorin. Auch sie lebt und arbeitet in Berlin. Und das bereits seit vier Jahren. Die Jacke hat sie im „Made in Berlin“-Store in Mitte gekauft, der Body ist von Fleur du Mal, der Rock von Jean Paul Gaultier, die Schuhe von Tiger of Sweden.
Agatha Powa
Ihren Schmuck hat sich Janna auf der ganzen Welt zusammengekauft. Der Mourning-Ring im viktorianischen Stil mit schwarzem Stein ist ein besonders schönes Stück.

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