Berlin - An einem der letzten Verhandlungstage, nachdem fast alle Zeugen gehört sind, steht der Verteidiger von Zeynep G. auf, um eine Erklärung seiner Mandantin zu verlesen. „Im Januar 2019 gelang mir die Flucht aus dem vom IS kontrollierten Frauenhaus in Baghuz“, beginnt er. Dann schildert er einen Leidensweg, der erst anderthalb Jahre später endete, als Zeynep G. aus der Türkei nach Deutschland abgeschoben wurde. Sie wurde noch am Flughafen verhaftet.

In ihrer Erklärung beschreibt Zeynep G. die ersten Wochen nach ihrer Flucht, die sie in einem kurdischen Gefängnis verbrachte, eingepfercht in einen dunklen Raum mit hundert anderen Frauen und Kindern. Sie und ihr Sohn, der damals zwei Jahre alt war, schliefen auf dem nackten Betonboden, ab und zu bekamen sie ein Stück hartes Brot, dazu schmutziges Wasser.

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