Berlin - Design or Resign, gestalte oder mach dich von Acker – das ist seit mindestens 150 Jahren die Parole von Markenherstellern und Konzernen, Gestaltern und Werbern, und damit auch die Parole von Steuerbehörden, Industrielobbyisten oder Politikern. Denn es funktioniert: Der schwedische Wodka der Marke Absolut rettete sich in den Achtzigern mit einer neuen Flasche vor dem drohenden Bankrott; ein finnisches, französisches oder japanisches Filetiermesser ist eben nur dann „richtig“, wenn Klingenschwung, Griff und Gravur stimmen; die Plagiate des „Ameise“-Stuhls von Arne-Jacobsen sind ein Millionenmarkt.

Setzen Handwerk und Manufakturen bis heute darauf, dass es dauerhafte Werte gibt, so hat die industrialisierte Moderne den Geschmack, die Mode und den Glauben an andauernden Fortschritt zum allumfassenden Credo gemacht. Umso erstaunlicher, dass es ausgerechnet in Berlin, einem der wichtigsten Handlungszentren eben dieser Moderne, nach wie vor kein Design-Museum gibt. Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer ließ auf Anfrage mitteilen, dass derzeit auch keines geplant sei. Es gäbe doch ausreichend Institutionen in Berlin, die sich mit ihren Sammlungen und Programmen auch dem Design verschrieben hätten.

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