Berlin - Um mein lockdownbedingtes Fernweh zu lindern, habe ich inzwischen alles Mögliche ausprobiert, hauptsächlich auf kulinarischem Gebiet. Essen aus anderen Ländern kann bekanntlich Urlaubserinnerungen wecken, ich würde sogar behaupten: sie ein bisschen ersetzen. Beim Liefermenü von Tim Raue lag tatsächlich der Hauch einer Shanghaier Garküche in der Luft, als ich mir etwa die scharf-süßlich riechende Hühnersuppe vom Vakuumbeutel eingoss. Gern erinnere ich mich auch an mein erstes französisches Soufflé, das mir ein Pâtissier in einem virtuellen Kochkurs beibrachte.

Die Pandemie, um ihr wenigstens irgendetwas Gutes abzugewinnen, zwingt uns, dazuzulernen. Mich hat sie wagemutiger in der Küche werden lassen: Kürzlich habe ich mich an mein erstes selbstgekochtes Bibimbap rangetraut. Ich dachte, allein der Name dieses koreanischen Gerichts klingt so kinderleicht und sympathisch, dass man es einfach ausprobieren muss. Bibimbap, ein bisschen Klebreis, ein paar Sachen wie Hackfleisch, Pilze und Spinat zusammenwerfen – und am Ende alles mit Spiegelei kräftig durchmischen. Kann so schwer nicht sein. Dachte ich. Allerdings hat es Bibimbap in sich, wie ich nun weiß. Nicht nur, was die höllische Schärfe angeht, die hauptsächlich von einer roten Sauce namens Gochujang herrührt, einer fermentierten Chilipaste, die einem die Tränen in die Augen treibt. Sondern auch, was die Zubereitung angeht. Dabei gilt es in Korea als Fast Food – einfach zu machen ist es aber deswegen noch lange nicht.

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