Berlin - Neulich habe ich zum ersten Mal die Nerven verloren. Es ist ein Abend mit einer Freundin, die Flasche Rotwein steht geöffnet auf dem Balkon, wir hören den geschäftigen Lärm der Oderberger Straße: das Klirren von Essbesteck, das Poltern von Rollkoffern, das Kreischen, wenn aus Versehen etwas Blumenwasser von Balkonpflanzen auf Restaurantgäste tropft (hihi). Doch dann kommt einer dieser Musiker, die keine sind, und spielt „Careless Whisper“ von George Michael auf seinem Saxophon. So wie er es spielt, hasst er den Song. Er trifft nur jeden dritten Ton, und wir auf dem Balkon halten Augen rollend den Atem an. Als er fertig ist, stellt er sich an das nächste Restaurant, also zehn Meter weiter, und spielt das gleiche Lied, genauso schlecht. Danach direkt gegenüber. Beim vierten „I’m never gonna dance again“ wird es mir zu viel: Ich stehe auf dem Balkon, buhe aus Leibeskräften auf die Straße, schreie: „Aufhören!“ – und hasse mich gleichzeitig dafür.

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