Berlin -  In Sachen Flair ist die ehemalige Stalinallee (heute Karl-Marx-Allee und Frankfurter Allee) zwischen Mitte und Friedrichshain ja immer noch eine ziemliche Wüste. Das beginnt im Westen mit dem traurigen Outdoorgeschäft Camp 4 in den eigentlich wunderschönen Ladenpavillons von Josef Kaiser und endet mit seelenlosen Einrichtungsgeschäften und dem Tex-Mex-Restaurant Acapulco (Cocktails mit Blue Curacao und Sahne!). Wenn man nicht selbst in der Gegend wohnt, dann kommt der Berliner nur selten hierher. Stand jetzt: Warum sollte er auch?

Dabei könnte unter den Bäumen des Boulevards herrlich ausgelassenes urbanes Leben stattfinden. Die Kinder könnten auf den kleinen Rasenkarees zwischen den Zuckerbäckerhäusern Unsinn machen, während sich die Eltern in Restaurants oder Bars ein bisschen entspannen oder auf den großzügigen Schotterwegen Boule spielen. Ein Lokal hat sich dieser Mammutaufgabe verschrieben, seit Jahren hält es einsam und hartnäckig die Stellung auf dem Boulevard. Es hört auf den etwas sperrigen Namen „Briefmarken & Weine“, residiert in einem alten Philateliegeschäft (beeindruckender Neon-Schriftzug!) und liegt genau auf der Höhe der U-Bahn-Station Weberwiese.

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