Berlin - Der Koreaner Byung-Chul Han lebt in Berlin, gibt selten Interviews, hält sich bedeckt und ist trotzdem – oder gerade deswegen – einer der meist gelesenen deutschsprachigen Philosophen der Welt. Das mag an seiner Modernekritik liegen, die, der Schule Heideggers folgend, das irre gewordene Verhältnis zwischen Mensch und Ding mit konkreten Begriffen identifiziert und benennt. Für die modernefeindlichen Züge seiner Philosophie wird der in Berlin lebende Privatgelehrte verehrt, aber auch kritisiert.

Sein Buch mit dem Titel „Undinge. Umbrüche der Lebenswelt“ dürfte seine Kritiker nicht überzeugen. Das schmale Bändchen ist voller Zustandsbeschreibungen, die im Digitalen allerorts das große Übel erkennen, aus dem kein gesundes Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt mehr erwachsen kann. Die Welt habe sich entdinglicht, so der Philosoph. „Wir bewohnen nicht mehr Erde und Himmel, sondern Google Earth und Cloud.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.