Berlin - Endlich wird es wieder dunkel. Und zwar nicht dunkel wie an klammen Herbstabenden oder beim Gang durch stille Keller, sondern dunkel wie kurz vor einem Feuerwerk. Acht Monate lang waren die Kinos geschlossen, nun geht es fast einheitlich bundesweit am 1. Juli wieder los. Die Verbände der Kinowirtschaft haben lange für diesen gemeinsamen Termin gekämpft. Die meisten Häuser ziehen mit, ein paar Abtrünnige haben schon früher eröffnet. Auf dem Papier hat die deutsche Kinobranche die Zwangspause gut überstanden: Nur acht Betriebe im ganzen Land sind bisher insolvent. Ein prominentes Beispiel steht in Berlin, das traditionsreiche Colosseum in Prenzlauer Berg.

Fast einhundert Jahre lang wurden hier Filme gespielt, es war Premierenkino der DDR, nach der Wende kaufte es der West-Berliner-Filmmogul Artur Brauner, in dessen Hand es bis zu seinem Tod 2019 blieb. Sein Sohn, der Immobilienkaufmann Sammy Brauner hatte kein Interesse am Kinogeschäft und meldete schon wenige Wochen nach Beginn der Pandemie Insolvenz an. Dass fast alle Kinobetreiber mit Interesse bisher von diesem Schicksal verschont geblieben sind, liegt an den staatlichen Corona-Hilfen, allen voran dem Kurzarbeitergeld. Kämpfen mussten sie trotzdem, nervlich, vor allem mit der Ungewissheit.

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