Berlin - In der Schweiz gelten interessante Regeln. Eine lautet, neue Dinge müssen im Wettbewerb zwischen den Bewohnern der mitunter tiefen Alpentäler und weltweit funktionieren. So hat man lang vor unserer Zeit an weltliche wie geistliche Fürsten streitbare Kämpfer der Schweizer Garde exportiert; oder das Schwarzgeld von Diktatoren, Oligarchen oder Waffenhändlern importiert. Ansonsten sind Schweizer freundlich, beneidenswert sprachbegabt und pflegen ihre Netzwerke. Aus Berliner Perspektive gelten sie als gemütliche Zeitgenossen.

So ungefähr muss das Suchprofil für die Besetzung der Position des 2006 aus dem Amt scheidenden Stadtbaudirektors Stimmann formuliert gewesen sein, eines streitbaren und nicht uneitlen Herrn, der die Stadt nachhaltig geprägt hat. Im März 2007 kam Regula Lüscher ins Amt. Eine charismatische, ihre Individualität auch mit modischen Mitteln betonende Schweizerin. Das machte Hoffnung, und diese war auch nötig, denn die Stadt stand vor enormen Herausforderungen: Die Mauerfall-Euphorie war verflogen, die Träume großer Investoren hatten sich in Luft aufgelöst, der politisch aufgeblähte Verwaltungsapparat strangulierte zusehends die ohnehin maladen öffentlichen Finanzen. Und die großen Zuwendungen aus der alten Bundesrepublik waren nach erfolgreicher Verteidigung der Freiheit Westberlins in die Sicherung der Lebensumstände des Großraums Bonn umgelenkt worden. Die Freiheit war da und prompt stand die ökonomische Existenz auf dem Spiel, diesmal für Gesamtberlin.

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