Berlin - Gregor Gysi sagt: Ich bin Anhänger des demokratischen Sozialismus. Man kann es in Interviews nachlesen, in Parteitagsreden, in seinen Büchern, und sitzt man mit ihm zusammen, dann sagt er es auch. Er formuliert es mal so, mal anders, und manchmal sagt er es auch so: dass er an den demokratischen Sozialismus glaube und von diesem Glauben nicht abrücke. Und sagt man ihm dann, wie ich es schon getan habe: Aber, Gregor, du musst mir doch sagen können, was das ist, das, woran du glaubst, du musst doch die Punkte aufzählen können, die den demokratischen Sozialismus ausmachen, ihn als Konzept definieren, dann kommt da doch sehr wenig. Zu wenig. Es kommt eine Kritik am Kapitalismus, der durchaus zuzustimmen ist, es kommen ein paar Ideen, was sich so verstaatlichen ließe. Aber Gregor weiß natürlich, dass es Verstaatlichungen immer wieder mal gegeben hat, auch die Zerschlagung von großen Konzernen, vom bürgerlichen Staat vorgenommen. Sie haben den Kapitalismus verändert, ihn jedoch nicht abgelöst und zu einem Sozialismus geführt. Es sind Verstaatlichungen, die auch wieder rückgängig gemacht werden können, und dann wird öffentliches Eigentum wieder privatisiert.

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