Berlin - Verzweifelte Afghanen, die sich an die Seiten evakuierender US-Militärflugzeuge klammern und in den Tod stürzen – die Bilder, die diese Woche aus Kabul kommen, sind traumatisch anzusehen, sowohl für Amerikaner als auch für Europäer.

Angesichts des unilateralen Rückzugs Washingtons ohne Rücksprache kann man eines dabei leicht übersehen: In Wirklichkeit war dies ein Nato-Krieg mit starker Beteiligung europäischer Länder. Es war Deutschlands größte Militärintervention seit dem Zweiten Weltkrieg, mit rund 150.000 deutschen Soldaten, die in den letzten zwei Jahrzehnten dort stationiert waren. In den vergangenen 20 Jahren wurden 12,5 Milliarden Euro deutscher Steuergelder für die Ausbildung der afghanischen Armee ausgegeben, die in nur einer Woche zusammenbrach. Bei Kriegsende verfügte Deutschland nach den USA über das zweitgrößte Truppenkontingent in Afghanistan.

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