Berlin-Charlottenburg - Vor Corona schnellte bei Abendeinladungen von Manuela Alexejew und Carlos Brandl der Gesprächspegel öfter auf die Marke „nordafrikanischer Markt“. Ein Beispiel: Im Bereich, den Alexejew ihre Pop-Küche nennt (die Kunst stammt von Allen Jones, William Copley und Tom Wesselmann) wurden Schnurren von der Art Basel zum Besten gegeben, während in der Sofa-Gruppe nebenan ein Museumsdirektor, zwei Galeristinnen und ein Schriftsteller über Berlins Selbstbehinderungs-Syndrom debattierten. Und wer sich beim Bilder-Inspizieren verlief, erblickte im Schlafzimmer den Architekten David Chipperfield und den Künstler Thomas Demand, nebeneinander am Bettende sitzend und hochkonzentriert ein englisch-deutsches Fußballmatch verfolgend.  

Ohne solch prominente Abendbesetzung, wenn das Loft in der letzten Etage einer ehemaligen Kaiserlichen Postinspektion ganz seinen Bewohnern gehört, zeigt es ein anderes Gesicht. Die Frühlingssonne strömt durch die halbrunden Fenster und geistert über all die Gemälde, Fotografien, Skulpturen und Antiquitäten, über hüfthohe Stapel von Auktionskatalogen und Kunstbänden, über Tischlandschaften aus Vasen und Jugendstilleuchten. Bevor wir zu melancholisch werden, erscheint am Stirnende des Flurs die Hausherrin. Und beweist beim Näherkommen, dass sie den schwungvollen Laufstegschritt ihrer Modelvergangenheit nicht verlernt hat. Los geht's.  

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