In dieser Woche wurde geprügelt, gehetzt und gezündelt. Das fing mit einem Nationalsozialisten auf einem Baukran in Friedrichshain an. Dort oben sah am Samstagabend eine Funkwagenbesatzung den Mann. Anstatt herunterzuklettern zeigte er den Polizisten den Hitlergruß. Sie kletterten hoch und fesselten ihn. Dabei rief der betrunkene 37-Jährigen mehrfach laut „Sieg Heil“.

Unvermittelt wurden am Montag in Lichtenberg ein 27-jähriger Mann und seine Mutter von einem Unbekannten mit einer Metallstange attackiert. Er hatte ihnen aufgelauert und auf den Mann eingeschlagen. Als die ihren Sohn beschützen wollte, wurde sie ebenfalls verletzt. Der Schläger flüchtete, als Passanten kamen. Schwer verletzt kam der Sohn in eine Klinik. „Ob sich Opfer und Täter kannten, ist noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.

Am Dienstag drehte dann ein 31-Jähriger in Neukölln durch. Er hatte Passanten mit einer Pistole bedroht, darunter drei Minderjährige zwischen zehn und 16 Jahren. Von diesen forderte er je zehn Euro. Polizisten fassten ihn.

Gute Nachrichten gab es am Mittwoch: Polizisten nahmen mutmaßliche Brandstifter fest. In Hellersdorf sollen eine 17-Jährige und ein 18-Jähriger Müllcontainer in der Alten Hellersdorfer Straße und am Cottbusser Platz angezündet haben. Und aus Lichtenberg meldete das LKA eine aufgeklärte Brandserie. Anfang Januar hatte es nördlich der Frankfurter Allee elf Mal gebrannt - Müllcontainer, Abdeckplanen, Schuttcontainer. Ermittlungen führten zu einem 16-Jährigen.

Am Donnerstag drangen Maskierte in eine Tankstelle in Wedding ein und verprügelten den Angestellten. Als er am Boden lag, traten sie ihm gegen den Kopf. Die Bande erbeutete Geld und einen Tresor, den sie in ein Auto luden.

In Prenzlauer Berg brannte am Freitag in der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche ein Altar. War es ein Kirchenhasser? Ein Nazi? Ein Islamist? Kurz vor Ausbruch des Feuers hatte ein Zeuge einen Unbekannten beim hastigen Verlassen der Kirche gesehen. 


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