Es ist eine der widerwärtigsten Arten von Kriminalität: einen alten Menschen zu überfallen, weil man sich nur an die Schwächsten herantraut. Am Sonntag war eine 83-Jährige in Friedrichshain unterwegs, als sich ihr ein Mann in den Weg stellte und ihr die Handtasche wegriss. Die Frau stürzte und wurde verletzt. Zivilfahnder sahen das und rannten dem Mann und einer Komplizin bis in den Volkspark Friedrichshain hinterher. Der 45-Jährige und die 36-jährige Frau wurden festgenommen. Bei der Durchsuchung des Paares und eines Zeltes, das sie als Schlafstatt nutzten, fanden die Beamten mutmaßliches Raubgut aus anderen Überfällen.

In der Nacht zum Dienstag erlebte jemand in Charlottenburg seine Befriedigung beim Legen von Bränden. Erst brannte ein Moped in der Fasanenstraße ab. Kurz darauf brannte in der Hardenbergstraße ein Laubhaufen. Das Feuer griff auf eine Hausfassade über. Die Feuerwehr verhinderte Schlimmeres. Minuten später brannte 250 Meter weiter in der Uhlandstraße ein Motorrad.

Am Mittwoch veröffentlichte die Polizei Bilder eines Einbrechers, der in Westend die Wohnung einer Frau durchsuchte. Er war über eine Regenrinne hochgeklettert und ins Schlafzimmer eingestiegen, stahl Geld, Schmuck und Parfums. Kameras in der Wohnung hielten fest, wie er hektisch alles durchsuchte. Nur: Das war am 30. Oktober 2020. Auf die Frage, warum es so lange bis zur Öffentlichkeitsfahndung dauert, lautet die Standardantwort der Polizei: Erst wenn alle Ermittlungsansätze ausgeschöpft seien, erteile ein Richter die Genehmigung zur Veröffentlichung. Denkbar auch: Die personell unterbesetzte Dienststelle ging in Arbeit unter, und eine Ermittlungsakte rutschte hinter die Heizung.

Immerhin sorgen Bürger selbst vor. Ein Mann aus Weißensee sah, dass sein Auto gestohlen war. Darin war ein GPS-Tracker, so dass er den Standort in Gesundbrunnen orten und die Polizei dorthin lenken konnte. Polizisten fanden dort in der Nacht zum Freitag das Auto - und daneben die beiden Autodiebe.

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