Berlin - Es wäre schon tragisch, wenn Engel auf Erden immer nur die Managermäntel trügen, die Wim Wenders ihnen 1987 für „Der Himmel über Berlin“ verpasst hat. Da loben wir uns den Engel Michael, der in Nora Ephrons gleichnamiger Filmkomödie genau wie John Travolta aussah und eine Latzhose aus abgeschabtem Denim trug. Die Nietenhose betonte Travoltas Schmuddel-Charme und seinen Mitte der 90er-Jahre noch trainierten Oberkörper. Vor allem aber stellte sie klar, was dieser Michael für ein Engel war: kein Weichei in Feinleinenkutte, sondern ein zupackender All-American-Angel, der rauchte und Klartext redete wie ein Farmer oder Tankwart. Ein Worker eben, einer von uns.

Der Krieg (Trenchcoat, Bomberjacke, Chinos, Blücher-Schnürschuh und Combat-Boots) und sein friedlicher Bruder, der Sport (Blazer, Poloshirt, Shorts, Sneakers), das waren zu Anfang des 20. Jahrhunderts die wichtigsten Triebkräfte der Männermode. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg gesellte sich eine Schwester dazu – die Arbeit. Mit der 1872/73 von Levi Strauss für Eisenbahnarbeiter & Co. lancierten Denimhose mit Kupfernieten, weißen T-Shirts, Baustellen-Boots, Overalls und Schutzfarben wie Neonorange machte diese bienenfleißige Dame sich daran, die maskuline Garderobe vor der stets dräuenden Effeminitation zu bewahren.

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