Berlin - Mstislav Griwatschow ist 21 Jahre alt, Journalist und arbeitet als Redakteur bei der Moskauer Studentenzeitschrift DOXA. Am 14. April 2021 ist er mit seiner Redaktion international in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Moskauer Polizei Razzien in den DOXA-Räumen und in den Wohnungen des Chefredakteurs Armen Aramjan und der Mitarbeiter Alla Gutnikowa, Wladimir Metelkin und Natalia Tuschkewitsch durchgeführt hatte. Die vier Journalisten, die alle selbst Studierende oder junge Hochschulabsolventen sind, wurden festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Nur zwischen 8 und 10 Uhr dürfen sie ihre Wohnungen verlassen.

Sie werden beschuldigt, Minderjährige aufgefordert zu haben, „sich in Gefahr zu bringen“. Der Auslöser für diese etwas kryptische Anschuldigung ist ein Video, das DOXA am 23. Januar 2021 veröffentlichte. Für diesen Tag und für den 31. Januar waren Proteste in ganz Russland gegen die Festnahme des Oppositionspolitikers Alexei Nawalny geplant sowie gegen Korruption und gegen die Putin-Regierung. Die vier Redakteure fordern in dem Clip ihre Leserschaft zwar nicht direkt auf, an den Demonstrationen teilzunehmen. Doch sie drücken ihre Unterstützung für Studierende aus, die von ihren Hochschulen wegen ihrer politischen Einstellung unter Druck gesetzt werden. Das allein sei schon Grund für die Razzien und die Festnahmen gewesen.

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