Berlin - Es war dann angeblich doch alles nicht so gemeint. Ein Versehen. Es sei ja nur eine vorläufige Arbeitsversion veröffentlicht worden auf der Homepage des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi). Der Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“ des BMWi hatte in den vergangen Tagen alle Hände voll zu tun, einen handfesten Medienskandal abzumoderieren. Was war passiert? Einflussreiche Mitglieder der deutschen Start-up-Szene forderten in einem Positionspapier nichts weniger als die Presse- und Meinungsfreiheit einzuschränken, um den Börsenstandort Deutschland attraktiver zu machen.

Das Lamento klang dann so: Unter den Finanzredakteuren in der Presse habe sich in den vergangenen Jahren ein regelrechtes „new-economy-bashing“ breitgemacht. Als der Bringdienst Delivery Hero und die inzwischen insolvente Restaurantkette Vapiano etwa zeitgleich an die Börsen gingen, sei über Vapiano ausschließlich positiv berichtet worden, während nörgelnde Journalisten am eigentlichen Star Delivery Hero kein gutes Haar gelassen hätten. Um diesen Missstand endlich abzustellen, forderte das Papier nicht nur eine „Disziplinierung der Presse“, sondern auch Blogger, die anonym über Börsengänge berichten, sollten mit Klarnamenpflicht im Internet sichtbar gemacht werden. Auch sollten die Medien dazu verdonnert werden, über kleinere Börsengänge zu berichten.

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