Berlin/Mitte - Den Alexanderplatz kann man nicht liebhaben. Was sollten neue Hochhäuser daran ändern? Die meisten Leute mögen es eben gemütlich. 30 Jahre lang zweimal tägliches Überqueren hinterließen nur eine Emotion: Gefühlskälte. Wer will schon verweilen auf der Steinwüste aus kaugummiverklebtem Pflaster, wo es aus allen Richtungen zieht. Kein Café, kein Restaurant, das Zuflucht böte. Ausgerechnet dieser Ort hat den Ruf, irgendwie typisch Berlin zu sein. „Alexanderplatz! Döblin! Weltstadt! Flair!", denken Leute, die den Platz noch nie gesehen haben. Manch „Außerhalbscher“ glaubt sogar, der Alexanderplatz liege unterhalb des Fernsehturms, vor dem Roten Rathaus. Unsinn.

Nirgendwo ist die Grenze zwischen der früheren Berliner Altstadt und dem Platz vor dem Tor klarer zu erkennen als am Alexanderplatz. Die in den 1880er-Jahren auf dem Befestigungsgraben der barocken Bollwerke erbaute Berliner Stadtbahn zieht eine scharfe Trennlinie genau dort, wo schon im Mittelalter die  Stadtmauer verlief: drinnen das Marienviertel mit engen Gassen und vielen Menschen – draußen alles, was drinnen nicht geduldet war.

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