Berlin - Es ist einer der widerwärtigsten Polit-Morde, die jemals ans Licht kamen: Der renommierte saudische Journalist Jamal Khashoggi wurde am 2. Oktober 2018 ins Istanbuler Konsulat seines Heimatlandes beordert, um eine Heiratsurkunde abzuholen. Ein Mordkommando brachte ihn dort um und zerstückelte seine Leiche, während Hatice Cengiz, jene Frau, die ihn am nächsten Tag heiraten wollte, vor dem Konsulat auf ihn wartete. Sie war es, die Stunden später eine Freundin, die Presse und die Polizei verständigte.

Kürzlich ist mit „The Dissident“ ein Dokumentarfilm erschienen (er ist bei Amazon als Stream zu sehen), der die Hintergründe des Verbrechens rekonstruiert. Oscarpreisträger Bryan Fogel („Icarus“) legt darin die Vertuschungsversuche Saudi-Arabiens offen, rekonstruiert das Verbrechen und kommt sogar an ein Geheimdienst-Transkript des Audiomaterials, das das Verbrechen dokumentiert. Vor allem aber zeigt er, wie stark der saudische Herrscher Mohammad bin Salman (alias MBS) in das Verbrechen involviert war. Der Film erschüttert. Das liegt auch an Khashoggis Verlobter Hatice Cengiz, die dabei gezeigt wird, wie sie um Jamals Rechte und sein Erbe kämpft. 

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