Berlin - Politischer Protest muss sich nicht nur in Form einer Demonstration zeigen oder durch blanke Gewalt. Protest hat verschiedene Formen, etwa in Gestalt eines leidenschaftlichen Kusses vor einer Horde martialischer Polizisten. Dies ist vor allem den Menschen in Belarus bewusst, die seit fast einem Jahr gegen die manipulierten Präsidentschaftswahlen von 2020 protestieren und sich gegen das Lukaschenko-Regime erheben. Hunderttausende Menschen sind auf die Straße gegangen, haben ihr Leben riskiert, sich bewaffneten Sondereinheiten gestellt, um ihren freien Willen auszudrücken. Mehr als 450 politische Gefangene harren heute in belarussischen Gefängnissen aus. 

Die Ausstellung „Belarus lebt!“ im polnischen Pilecki-Institut am Pariser Platz, kuratiert von Andrei Liankevich und Marta Szymańska, widmet sich diesen Helden des Alltags, jenen Menschen, die nichts anderes wollen als faire Wahlen und ein würdevolles Leben. Besonders gelungen ist die Ausstellung deshalb, weil sie sich auf Bilder von belarussischen Fotografen konzentriert, die die Zwischentöne der Proteste einfangen und nicht nur Drama und Entsetzen abbilden wollen.

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