Berlin - Lange Zeit wurde die Verfolgung von Sinti und Roma im Holocaust in Europa weitestgehend politisch und gesellschaftlich ausgeblendet. Hass und Vorurteile gegenüber der Minderheit, die es in allen europäischen Ländern gibt, waren auch nach 1945 weiter präsent. Noch in den 50er-Jahren übernahmen deutsche Gerichte in unzähligen Urteilen weiterhin die menschenverachtenden Einschätzungen der NS-Rassenideologen. 1956 urteilte der BGH: Sinti und Roma neigten „zur Kriminalität, besonders zu Diebstählen und Betrügereien, es fehlen ihnen vielfach die sittlichen Antriebe der Achtung vor fremdem Eigentum, weil ihnen wie primitiven Urmenschen ein ungehemmter Okkupationstrieb eigen ist.“

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