Berlin - „Fit for 55“ – hinter dem Namen, der eigentlich wie ein Sport- und Diätprogramm für Frührentner klingt, verbirgt sich das bisher wohl ambitionierteste Klimaprogramm der Welt. Wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht, sollen ab 2035 keine neuen Verbrennungsmotoren in Europa mehr zugelassen werden. Autos, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden, stehen damit vor dem Aus. Künftig sollen nur noch emissionsneutrale Neuwagen am Straßenverkehr teilnehmen können, dazu sollen laut EU-Kommission nicht nur Elektroautos zählen, sondern auch Fahrzeuge, die mit Wasserstoff oder anderen synaphischen Kraftstoffen betrieben werden können. Ob und inwieweit dabei der CO2-Ausstoß bei der Herstellung einbezogen wird, ist derzeit noch unklar. Bis 2035 sollen so in der EU 55 Prozent aller Treibhausgase gegenüber 1990 eingespart werden. Ab 2035 sollen neue Treibhausgasemissionen nur zulässig sein, wenn sie durch Kompensationsgeschäfte aufgefangen werden, dieser Prozess soll bis 2050 abgeschlossen sein.

Die Mitgliedstaaten der EU und das europäische Parlament müssen dem Vorschlag der EU-Kommission allerdings noch zustimmen. Derzeit wird vor allem um die sogenannte Überprüfungsklausel gerungen. Um die europäischen Automobilhersteller nicht zu überfordern, soll das Ziel des Verbrennerverbots bis 2035 immer wieder auf seine technische Machbarkeit hin überprüft werden. Kommt die EU-Kommission dabei zu dem Ergebnis, dass die alternativen Antriebstechnologien noch nicht hinreichend ausgereift sind, um sie in der Breite auszurollen, ist eine Verlängerung der Deadline über das Jahr 2035 hinaus denkbar. Damit sich die Elektromobilität auch auf dem Land durchsetzen kann, sollen in der Zukunft auf allen großen Hauptverkehrsstraßen im Abstand von 60 Kilometern Ladestationen für Elektroautos eingerichtet werden. Auch Wasserstoff wird im Verkehrssektor künftig eine bestimmende Rolle spielen, hierfür sollen alle 150 Kilometer Tankstellen für Wasserstoff eingerichtet werden.

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