Sie sollen sich das einmal vorstellen wie eine Sandburg, sagt Elmar Mettke zu zwei Fernsehjournalistinnen des US-Senders ABC. „Wie eine Sandburg an der Nordsee.“ Obwohl Mettke ein auffallend schönes Englisch spricht, ist nicht klar, ob die beiden Frauen wissen, wie ein „sand castle at the north sea“ aussieht. Mettke fährt fort: „Wenn Sie neben dieser Sandburg während der Ebbe einen Graben ausheben und dann kommt die Flut, dann läuft dieser Graben erst voll und irgendwann…“ Er macht eine Pause, zeigt mit seinen beiden Händen den Graben in der Luft und deutet mit den Fingern an, wie etwas bröckelt. Die beiden Frauen nicken höflich. „Naja, die Burg stürzt dann einfach ins Wasser.“ Aber das wisse man hier eben noch nicht. „Die Wissenschaftler müssen jetzt herausfinden, ob der Ort Blessem so wie die Sandburg reagiert.“

Elmar Mettke ist eigentlich Anwalt. Dass er in dieser Woche auf der Brücke Journalisten aus aller Welt (darunter Dubai, Frankreich, Türkei und Indien), die Geschichte von der Sandburg im Graben erzählt, hat damit zu tun, dass er mit 16 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes Erftstadt beigetreten ist. Und Erftstadt ist jetzt weltweit bekannt. Hier entstand am 15. Juli, vor eineinhalb Wochen, ein Foto, dass diesen Ort neben einer Kiesgrube in Nordrhein-Westfalen plötzlich in eine Reihe stellte mit Katastrophenregionen in Indonesien, Bangladesch und New Orleans. Dieses Bild sagt auch: Die Umweltkatastrophen haben die reichen Länder erreicht.

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