Berlin - Als der belarussische Oppositionelle Roman Protassewitsch vergangenen Sonntag in Minsk mit einer Ryanair-Maschine landete, war ihm die Panik förmlich ins Gesicht geschrieben. „Er hat zwar nicht geschrien“, sagte später sein Mitpassagier Edvinas Dimsa der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP), „doch es war klar, dass er sehr viel Angst hatte“. Der 26 Jahre alte Protassewitsch hatte es wohl selbst nicht für möglich gehalten, dass es Aleksander Lukaschenko wagen würde, einen Kampfjet in den Himmel zu schicken, um ihn auf belarussischen Boden zu holen und dort verhaften zu können. 

„Für uns war das alle ein Schock“, sagt Nasta Reznikava der Berliner Zeitung einen Tag nach der Inhaftierung des Bloggers. Die Journalistin arbeitet in Minsk für den oppositionellen Fernsehsender Belsat TV, der seinen Sitz in Warschau hat. Auch sie hätte nicht für möglich gehalten, dass Lukaschenko so weit gehen und internationales Flugrecht brechen würde, um einen seiner Gegner auszuschalten. „Lukaschenko wollte ein Zeichen setzen. Er wollte seinen Feinden im In- und Ausland beweisen, dass sich niemand vor ihm verstecken kann.“ 

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