Berlin - Und plötzlich ist ganz Europa sprachlos. Weil Italien im Finale der Europameisterschaft steht, hochverdient. Weil die Italiener das einzige Team waren, das über das gesamte Turnier konstant gute Leistungen abrufen konnte. Weil die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini einen erfrischend offensiven Fußball spielt, den kaum einer den einst so defensiven Italienern zugetraut hätte. Neider werden vielleicht behaupten, dass es am Ende genau dieses Überraschungsmoment war, das die Mannschaft im Verlauf der EM über sich hinauswachsen ließ. Doch die Wahrheit ist: Italien ist wirklich so gut.

Einen großen Anteil daran trägt zunächst einmal Trainer Mancini selbst. Er übernahm die Squadra Azzurra an ihrem absoluten Tiefpunkt, nach dem Verpassen der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Die WM war die erste seit 1958, an der Italien nicht teilnahm, zudem das erste große Turnier seit der EM 1992, das ohne den vierfachen Weltmeister stattfand. Für den Reformator Mancini, der 2012 Manchester City zur ersten englischen Meisterschaft seit 44 Jahren geführt hatte, war dieser Umstand schon fast ein Segen. Er konnte die Mannschaft nach den Rücktritten der langjährigen Leistungsträger Gianluigi Buffon, Andrea Barzagli und Daniele De Rossi völlig neu aufbauen – zu verlieren hatte er ja nichts.

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