Berlin - Journalisten fliehen oft, weil sie Journalisten sind. Wenn sie in ihrem Heimatland ihren Beruf nicht mehr ausüben können, weil es keine Pressefreiheit gibt. Oder weil sie es eben doch tun und dafür verfolgt werden. Im vergangenen Jahr wurden weltweit mindestens 50 Reporter im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet, 54 entführt, knapp 400 inhaftiert; die Dunkelziffer ist freilich höher. In einem Beruf, bei dem das wichtigste Werkzeug die Sprache ist, bedeutet eine Flucht oft das Karriereende, was nicht nur persönlich, sondern auch gesellschaftlich tragisch ist. Denn die Fähigkeiten dieser Journalisten werden gebraucht, auch in Deutschland. Rund 90.000 Geflüchtete leben nach Schätzungen des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten in Berlin, viele von ihnen werden es langfristig tun. Da sich die deutsche Sprache bekanntlich nicht in wenigen Wochen erlernen lässt, sind Neuankömmlinge lange Zeit vom öffentlichen Diskurs quasi ausgeschlossen. Die Deutsche Welle und andere öffentlich-rechtliche Anstalten bieten zwar auch Inhalte in anderen Sprachen an, um aber ein Verständnis und Gefühl für eine neue Stadt und deren Kultur zu entwickeln, sind gerade Lokalnachrichten wichtig.

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