Berlin - Prenzlauer Berg, Anfang der Achtziger Jahre. Endlose Reihen von zernagten, bröckelnden Mietskasernen an breiten Kopfsteinpflasterstraßen. Riesige hölzerne Haustore, die sich nur dann quietschend öffnen, wenn man sich mit aller Kraft dagegenstemmt. Hofdurchfahrten wie Märchenschlösser, mit ihren abgeschlagenen Kachelböden und den gewölbten Decken.

Erste, zweite, dritte und vierte Hinterhöfe, scharf beobachtet von aschefarbenen halbblinden Fenstern. In den Treppenhäusern grünes Linoleum auf den ausgetretenen Stufen, fahl flackert die Glühbirne. Die Wände sind auf halbe Höhe totgrün gestrichen und darüber nikotingelb oder leichenweiß. Außenklo, Kohleofen, Stromausfall. Es war echt und verwunschen zugleich. Nicht so spießig wie Weißensee, nicht so versnobt wie Pankow, wo ich aufwuchs, und zwar mit Badewanne und Gasheizung.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.