Die Frau war 35. Doch sie spielte noch mit Puppen. Ein sarkastisches, ein ironisches, ja auch boshaftes Spiel mit Pinsel und Stift, Schere und Leim. Hannah Höch, 1889 geboren in Gotha, gestorben 1978 in ihrem Gartenhaus am Berliner Stadtrand, war gegen Ende des Ersten Weltkriegs in Berlin die einzige Frau im Männerclub der rebellischen Dadaisten. Und sie war eine Avantgardistin der Fotomontage und Collage. Eine radikale Bildsprache, mit der sie mit dem Messer „die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche“ zerstückelte (so Höch selbst in einem Werktitel), der deutschen Staatsräson auf den Pelzkragen und den Spießern auf ihre Goldrand-Kaffeetassen rückte. Auf Feindschaft musste sie nicht lange warten.

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