Berlin - „Will komm doch in die East Side Mall“, mit diesem Werbespruch wirbt eines der jüngsten Einkaufszentren Berlins an seiner Außenfassade. Laut Anzeige wartet „Lifestyle Shopping“ auf den neugierigen Besucher. Doch der Gang durch das 2018 fertiggestellte Bauensemble – das die Entwickler wie einen Tetris-Stein hastig in die enge Baulücke zwischen S-Bahn-Trasse, Mercedes-Benz-Arena und Warschauer Brücke pressten–, hält im Inneren nicht das, was er verspricht. Es ist 10 Uhr. Langsam heben sich wenige Rolltore der insgesamt 120 Läden. Noch sind viele Zugänge durch Gurtpfosten abgesperrt. DM, Deichmann, Aldi, Müller oder Calzedonia: „Einlass nur mit negativem Corona-Test.“

Der Infostand und das Mikrophon auf Ebene zwei bleiben an diesem Morgen unbesetzt. Niemand hat auf den Betondreiecken, die zum Verweilen einladen, Platz genommen. Ein paar Gestalten huschen am Morgen dann doch durch die Flure unter den orange folierten Paneelen. Eine Rentnerin lässt sich am Nespresso-Stand beraten. Die „Food & Drink“-Sektion im dritten Obergeschoss gleicht einem schwarzen Loch. Einsam und verlassen blinkt eine Slush-Eis-Maschine vor sich hin, niemand interessiert sich für sie. Nirgendwo ein Kind dem sie ein Lächeln schenken kann.

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