Paris - In den prächtigen Couture-Salons von Schiaparelli am Place Vendôme steht ein Verkaufsteam um einen cremeweißen, mit goldenen Palmen bestickten Matador-Blazer. Dreidimensional, wie kleine Skulpturen, scheinen die Stickereien an den Schultern des Blazers herauszuwachsen. Der Matador sei ein wiederkehrendes Element bei Schiaparelli, erklärt der Teammanager eifrig, während seine Mitarbeiter das Stück von allen Seiten betrachten. Sie sollen heute jedes noch so kleine Detail der neuen Haute-Couture-Kollektion verstehen, die am Vortag im Pariser Petit Palais vor einem handverlesenen Publikum gezeigt wurde, darunter Prominente wie Kanye West und seine neue Freundin Julia Fox. Aufgabe des Teams ist es, die superreichen, höchst exklusiven Käuferinnen der hohen Schneiderkunst später fachmännisch bei den Anproben zu beraten. Da darf man sich keine Wissenslücken erlauben.

Weltweit soll es nur wenige hundert Kundinnen geben, die bereit, oder besser gesagt finanziell in der Lage sind, in ein Haute-Couture-Kleid zu investieren. Offizielle Zahlen gibt es dazu selbstverständlich nicht, in der Branche herrscht absolute Diskretion. Auch über Preise wird nicht gesprochen. Allerdings weiß man, dass die Kosten für solche maßgeschneiderten Roben ohne weiteres fünf- bis sechsstellig sein können. Wenn man sich die 32 kunstvollen Entwürfe anschaut, die in den stuckbesetzten Räumen bei Schiaparelli ausgestellt sind, kann man diese astronomischen Summen ein bisschen besser verstehen.

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