Berlin -  Die deutschen streiten nicht gerne. Zumindest nicht vor Gericht. Obwohl die Meldungen über die überforderte Justiz etwas anderes vermuten lassen, geht die Anzahl der anhängigen Verfahren zumindest bei Zivilverfahren laut Angaben des Statistischen Bundesamtes seit Jahren zurück. Bei vielen Menschen besteht eine Hemmschwelle, zum Anwalt zu gehen, denn dieser gilt als teuer und die Verfahren vor Gericht als langwierig und kompliziert.

So beschreibt es jedenfalls Peer Schulz, er ist Gründer des Düsseldorfer Start-ups Helpcheck. Mit seinem Team hat er sich darauf spezialisiert für die Rechte der Versicherungskunden zu streiten. Im Mittelpunkt stehen dabei Lebensversicherungen: Am 7. Mai 2014 entschied der Bundesgerichtshof (Az: IV ZR 76/11), dass viele Versicherungskunden ein ewiges Widerrufsrecht für ihre zwischen 1994 und 2007 abgeschlossenen Lebensversicherungen in Anspruch nehmen können. Im Klartext: Weil es die Versicherungen versäumt hatten, ihre Kunden ordentlich über ihr Widerrufsrecht zu belehren, können die Kunden ihr Widerrufsrecht weit über die ansonsten geltende zwei Wochen Frist hinaus ausüben.

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