Berlin - Kastige Computer und Anzugjacken, Breakdance und Moon Walk, Videospielkonsolen und Heimkino: Die Achtziger stehen unter Strom – was den zeitgenössischen Hang zu Stachelfrisuren erklären mag. Jens Balzer, Kolumnist und Pop-Kritiker (und Ex-Redakteur der Berliner Zeitung), zeichnet in seinem Buch „High Energy“ das Porträt eines Jahrzehnts, das zwischen Aufbruch und Angst vor dem Abgrund oszilliert.

Balzer zeigt die Achtziger als Jahrzehnt, das von defensiven politischen Bewegungen und Jugendkulturen geprägt ist. „Angst ist das Leitmotiv für die sozialen Bewegungen und für die Popkultur am Beginn der Achtziger Jahre.“ Allenthalben wird die Apokalypse befürchtet, Waldsterben, Atomkrieg und Ozonloch sind in aller Munde. Zugleich beschwört wohl kein Jahrzehnt so vehement die Wende, in der geistig-moralischen Form wie auch in Fragen des Wirtschaftens und der Ökologie. Balzer, der zuvor schon den Siebzigerjahren und dem Pop Bücher gewidmet hat, macht augenfällig, wie sensibel popkulturelle Strömungen und Jugendkulturen auf das politische Klima reagieren. Das liest sich erhellend und unterhaltsam zugleich. Manchmal auch erschreckend, etwa wenn Balzer zeigt, dass das N-Wort in Filmen weder bei Machern noch Zuschauern Irritationen erzeugte.

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