Berlin - Netflix hat verändert, wie Menschen Serien schauen und wie sie darüber reden. Als die Firma 2013 alle Folgen ihrer Eigenproduktion „House of Cards“ auf einen Schlag veröffentlichte, war das revolutionär und der Buzz um die Serie trug beträchtlich dazu bei, dass sich andere Länder die Finger nach dem Anbieter leckten. 2014 kam Netflix nach Deutschland, bald wussten alle, was „bingen“ ist, und Seriensmalltalk avancierte zum sozialen Gleichmacher auf Partys. Heute hat sich der Wind etwas gedreht. Im Lockdown war Netflix zwar sicher für viele Menschen ein Weg aus der gefühlten Einsamkeit, manchmal berauschend, wohl öfter berieselnd. Mittlerweile ist es aber auch zum Symbol für den coronabedingten Verzicht geworden. Keine Partys, kein Kino, keine Freunde, also Netflix. Die Nächte durch zu bingen war nicht länger Rebellion, sondern hygienekonform, dabei ist etwas vom Reiz verloren gegangen.

Ob das eine Rolle gespielt hat bei dem „enttäuschenden“ neuesten Quartalsbericht des an Höhenflüge gewöhnten Unternehmens, sei dahingestellt. Fakt ist auch, dass besonders in den USA die junge Zielgruppe schlicht größtenteils schon durchabonniert hat. Die Zahl der Neukunden stieg international von April bis Ende Juni um 1,5 Millionen auf knapp 209 Millionen an, das Wachstum hat sich damit deutlich verlangsamt. In den USA und Kanada gingen die Abos sogar leicht zurück. 

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