Berlin - Das Internet hat den Gang zum Reisebüro und zum Zeitungskiosk prinzipiell unnötig gemacht und teils schon abgeschafft; drei von zehn Ehen entstehen auf Dating-Plattformen. Wir haben Erfahrung mit schleichend vollzogenen, aber doch radikalen Veränderungen aufgrund von Digitaltechnologie. Soziologen schreiben umfangreiche Werke über eine Gesellschaft, in der die eigentümlich selbstbezügliche Logik der digitalen Welt mehr und mehr an Boden gewinnt. Die jetzt politisch gewollten Beschneidungen menschlichen Umgangs durch Online-Interaktionen (die nicht Begegnungen im vollen Sinne sind) befeuert die Digitalisierungsdebatte weiter. In Politik, Wirtschaft, Verwaltung – kurz: überall – ist von der Notwendigkeit einer Digitalen Transformation die Rede.

Transformation aber ist ein Wort, das aufhorchen lässt: Es meint nicht einfach „starke Veränderung“, sondern die Integration aller Teile eines bestehenden Gebildes in ein neuartiges Ganzes. Die Wahl dieses Begriffes drückt in einer Welt voll hierarchisch strukturierter Organisationen eine beflügelnde Hoffnung oder lähmende Furcht, neutral gesprochen eine nicht unwahrscheinliche Möglichkeit aus: Digitaltechnologie könnte unsere hierarchisch geordneten Arbeitsroutinen gründlich durcheinanderbringen oder gar überwinden.

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