Wien - Es weht keine Fahne im Wind, dafür ein weißer Rock. Die dazugehörige Frau hat die Kapuze weit ins Gesicht gezogen. Neben ihr steht ein Einkaufswagerl, von dem Sonnenblumen herunterlachen. Einige Menschen versammeln sich auf dem Herbert-von-Karajan-Platz im ersten Wiener Gemeindebezirk, um ihren Protest zu zeigen. Neben ihnen leuchtet es aus den Fenstern der Oper. Wiener Damen in Feinstrumpf und klackernden Schuhen haken sich bei Männern in Anzug und langen Mänteln ein, während sie an der Gruppe vorbeigehen. Stimmen schallen über den Platz. Niemand belehrt hier jemanden, nur gesprochen wird untereinander. Die erste Grabkerze wird angezündet. Das rote Plastik leuchtet, bis sie wieder ausgeht. Der Wind bläst zu stark. „Wir leisten alle Widerstand gegen die Staatsgewalt, darum geht es ja hier!“, sagt eine Frau. Und ein Mann: „Es traut sich doch kana mehr was.“

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