Berlin - Seda Başay-Yıldız ist Anwältin, verteidigt Mordopfer, IS-Kämpfer und auch mal den mutmaßlichen Leibwächter Osama bin Ladens. Beim NSU-Prozess vertrat sie als Nebenklagevertreterin die Familie Şimsek. Seit 2018 haben sie und ihre Familie etwa ein Dutzend Morddrohungen des sogenannten NSU 2.0 erhalten. Für ihre Zivilcourage und vehemente Verteidigung des Rechtsstaats wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Dachau-Preis für Zivilcourage.

2021 würde ich diesen Filmtitel geben:

„Nightmare II“

Corona ist …

… langsam ermüdend. Es zieht sich und zehrt an den Nerven.

Im Lockdown habe ich gelernt …

… mich wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Am Tag, an dem die Pandemie offiziell vorbei ist, werde ich …

… meine besten Freundinnen überreden, mit mir ganz spontan übers Wochenende nach Marrakesch zu fliegen.

Mit diesem Lied hätte ich Angela Merkel verabschiedet:

„Auld Lang Syne“

Diese Superkraft würde ich Olaf Scholz verleihen:

Die letzten zwei Jahre ungeschehen zu machen und Corona aus der Erinnerung der Menschen auszuradieren.

In Tegel gibt es selbstfahrende Busse. Ich würde gern dieses vollautomatische Gerät entwickeln:

Einen Roboter, der mit den Menschen redet, mit denen ich nicht mehr reden will, aber reden muss.

Das würde ich 2022 am liebsten verbieten:

Es gäbe da einiges, aber ich will niemandem etwas verbieten. Verbote widerstreben mir.

Und das endlich mal einführen:

Die kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln bundesweit.

Was Sie schon immer mal tun wollten – im nächsten Jahr dann aber wirklich:

Das sage ich hier nicht.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.