Berlin - Man kennt ihn als den Mann, der den Kunstbegriff revolutionierte, aber nicht unbedingt als Zeichner: Joseph Beuys. Das könnte nun eine Ausstellung im Kupferstich-Kabinett in Dresden anlässlich seines 100. Geburtstags ändern: „Linie zu Linie – Blatt um Blatt“ präsentiert Zeichnungen aus Beuys’ Nachlass. 85 Zeichnungen aus fünf Jahrzehnten geben Aufschluss darüber, wie sich für den Künstler Zeichnen und Nachdenken verknüpften. Nicht für sich selbst stehen die Arbeiten, sondern für ein komplexes Gewebe aus Bildern, Worten und deren Verknüpfungen, die für den Künstler Beuys zum Ansatzpunkt forschenden Zeichnens und Nachdenkens wurden.

„Linie zu Linie – Blatt um Blatt“ – das steht für den Modus der Ausstellung, der nicht nur die Beuys’schen Zeichnungen mal thematisch geordnet, mal assoziativ gruppiert nebeneinanderstellt; Beuys’ Arbeiten werden auch Grafiken von alten Meistern gegenübergestellt. Gleichsam als Geburtstagsgäste mischen sich Rembrandt van Rijn und Maria Sibylla Merian, Albrecht Dürer und Martin Schongauer unter die Geburtstagsausstellung. Damit vollzieht diese den letzten Schritt zur Heroisierung des Künstlers, er steigt gleichsam in den Olymp der Götter auf. Zugleich wird der häufig als radikal wahrgenommene Beuys in einen neuen Kontext gesetzt.

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