Berlin - Wer das erste Mal in Berlin unter der Dusche steht, der macht in der Regel eine unschöne Erfahrung, die von anderen Berliner*innen gerne mit viel Leid im Blick bestätigt wird: Der Berliner Wasserstrahl fühlt sich an, als ob man mit einem nassen Handtuch verprügelt wird. Nach der Dusche ist die Haut so trocken, dass man sich eigentlich stundenlang in Kakaobutter wälzen müsste, um die übelste Austrocknung zu vermeiden. Das alles hat einen so harmlosen, wie knallharten Grund, und der heißt Kalk. Das kleine Wort mit den vier Buchstaben bezeichnet den wohl größten Feind von Haut und Heim, denn das Berliner Wasser ist zwar an sich ein gutes, enthält ordentlich Mineralien und Spurenelemente, ist aber mit einer sogenannten Gesamthärte von 14 Grad dH im Charakter hart, ein echtes Berliner Brett.

Kalk im Berliner Wasser ruiniert alles

Unser Wasser stammt, im Gegensatz zu dem in vielen anderen Städten, komplett aus dem regionalen Grundwasservorkommen, in das die Berliner Wasserbetriebe auf dem Weg in meine Wohnung unter Garantie noch Steine werfen, damit es mir bei der morgendlichen Dusche so extra schön ins Gesicht hämmert. Wach ist man danach jedenfalls, und wo im Rest der Republik dann zart abgetrocknet wird, beginnt in Berlin die große Cremerei. Damit nicht genug, das kalkhaltige Wasser ruiniert nicht nur meine Haut, sondern auch alle Armaturen, die Fliesen, meinen Wasserkocher, die Waschmaschine und meine elektrische Zahnbürste.

Doch es gibt einen Helfer aus dem Drogeriemarkt, der mich so begeistert, dass ich nicht anders kann, als ihn in Großbuchstaben zu schreiben: ZITRONENSÄURE, eine farblose Carbonsäure für kaum zwei Euro die Flasche, der wirklich kein Kalk standhält. Mein Wasserkocher, alle Armaturen aus Edelmetall erstrahlen nun alle paar Wochen wie neu! Für die Waschmaschine empfiehlt sich indes ein Hygienereiniger, der Zitronensäure enthält, denn pur ist die Säure zu scharf für die Kunststoffteile in der Maschine.

DDR-Klassiker Elsterglanz und Hauptwaschgang bei 90 Grad helfen

Empfehlen kann ich da den Waschmaschinenreiniger von Alnatura, der Kalk besser entfernt als beispielsweise die gängigen Entkalker, die man zu jeder Wäsche hinzufügen soll. In Berlin ist man gut beraten, die Waschmaschine alle vier Wochen zu entkalken, im Hauptwaschgang bei mindestens 60, besser noch 90 Grad. Gerade in Zeiten von Corona sollte man da nicht nachlässig sein, denn so entfernt man nicht nur Kalk, sondern sorgt dafür, dass die Maschine auch frei von Schmutz und Viren bleibt. Von Hausmittel-Klassiker Essig ist hier abzuraten, da er im Gegensatz zur Zitronensäure ebenfalls die Kunststoffteile angreift und zudem auch noch beißend riecht.

Wer über teure Armaturen verfügt, der sollte allerdings keinesfalls zur Zitronensäure (und auch hier auf keinen Fall zu Essig) greifen, sondern besser zu einem Produkt wie Elsterglanz, einer säurefreien Polierpaste und einem Klassiker der DDR, mit dem man alle Gebrauchsmetalle bis hin zum Gold sauber bekommt und konserviert. Man muss ein wenig länger warten, bis man die Paste bekommt, aber wer nicht auf den bekannten Onlinehandel zurückgreifen will, der findet den Elsterglanz in Berlin beispielsweise bei Manufactum.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.