Berlin -  „Wenn wir schon nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt“, erklärte einst der Gladbacher Vorstopper Rolf Rüssmann vor einem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund. Ähnlich fatalistisch schätzen viele Privatanleger die Hauptversammlungen börsennotierter Aktiengesellschaften ein: Aktionäre können ein bisschen Krawall schlagen, den Vorstand mit Fragen piesacken und (wenn nicht gerade Pandemie ist) am Buffett Naturaldividende abräumen – aber am Ende wird eh beschlossen, was die Verwaltung schon vorher mit den wichtigsten Anteilseignern ausgekungelt hat.

Doch dieser Eindruck täuscht, wie nicht zuletzt die Berliner Hauptversammlungen im ersten Halbjahr 2020 zeigen. Denn selbst dort, wo es operativ gut läuft, wird nicht mehr alles durchgewunken. So votierten beim Kochboxen-Versender HelloFresh 54 Prozent des vertretenen Kapitals gegen das Vergütungssystem für den Vorstand – obwohl das erst 2011 gegründete Unternehmen inzwischen sogar schon Gewinne schreibt und der Aktienkurs sich in den vergangenen zwei Jahren verzehnfacht hat. Aber bis zu 14 Mio. Euro im Jahr für Vorstandschef Dominik Richter waren dann wohl zu viel des Guten.

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