Berlin - Bundeskanzler Schröder kann man doch nur danken. Endlich wieder eine bundesweite Debatte abseits von Corona und der anstehenden Bundestagswahl, die richtig Spaß macht. Schröder ergreift Partei für die Arbeiterklasse, die er einst selbst eliminierte, und geht in Berlin immer zu Konnopke in der Schönhauser Allee – ist das ein Scherz? Darf er das heute überhaupt noch sagen? Aus dem Ausland beobachte ich die Debatte amüsiert. Die Spanier scherzen bereits über uns. Die Deutschen waren es, die sich zum weltweiten Pandemiestart mit Klopapier eindeckten und nun kurz vor der Bundestagwahl über die Currywurst debattieren. Köstlich! Es ist so herrlich emotional, die Gemüter der vermeintlich rationalen Deutschen kochen hoch, wenn ihnen jemand an die Wurst will. Gemäß der Devise: Deutsche Wurst, alles andere ist Käse.

Übertrüge man den Fall etwa nach Italien, wäre es Silvio Berlusconi gewesen, der sich gemeldet hätte, falls man bei Fiat in Turin die Pizza (zu viel Weißmehl) vom Speiseplan nähme. Dabei hätte er gepostet, wie er auf dem Weg zu einer Bunga-Bunga-Party in Rom immer Stopp bei seiner liebsten Pizzeria macht. Wie sehr würden wir Deutschen über die Italiener scherzen?

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